Bolonka Zwetna Herkunft, Ursprung und Geschichte


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Der Liebling des feinen Adels

Der Bolonka Zwetna hat seinen Ursprung in Russland und den Ländern der ehemaligen Sowjetunion. Die genaue Entstehungsgeschichte der charmanten Rasse ist nicht eindeutig überliefert, es gibt jedoch geschichtliche Anhaltspunkte.

So entdeckten der Adel Frankreichs und die höheren Gesellschaftsklassen im frühen 18. Jahrhundert kleine, weiße und malteserartige Hunde für sich, die dem heutigen Bichon frisé ähneln. Sie waren als Begleiter und lebendes Schmuckstück der feinen Damen sehr beliebt und gefragt.

Frankreich pflegte in dieser Zeit gute Kontakte und Beziehungen zum Zarenhof und so fanden einige der Hunde schließlich ihren Weg zur feinen Gesellschaft im kalten Russland.

So soll angeblich König Ludwig IV einige der kleinen Vierbeiner als Gastgeschenke dem russischen Adel übergeben haben. Allerdings fand der weiße Hund ansonsten zunächst keine weite Verbreitung. Die niedrigeren Gesellschaftsschichten hatten schlicht keine Verwendung für den “nutzlosen” und luxuriösen Schoßhund und bevorzugten größere und belastbare Arbeitsrassen.

Der Adel jedoch liebte den kleinen French Bolonka (russisch: Bolonka Franzuska = französisches Schoßhündchen bzw. französischer Bichon). Selbst Katharina die Große soll solche weißen Hunde besessen haben. Später war es vermutlich Napoleon und seiner Armee zu verdanken, dass weitere der kleinen weißen Vorfahren des Bolonka Zwetna ins russische Reich gelangt sind.

Die Folgen der Französischen Revolution

Während der Französischen Revolution am Ende des 18. Jahrhunderts starben Hunde beinahe komplett aus.

Da während den Aufständen viele Adelige ihr Leben ließen, verschwanden auch nach und nach die kleinen Lieblinge der Oberschicht. Zum Glück wurden einige wenige French Bolonka versteckt und entkamen ihrem schrecklichen Schicksal.

Auf diesen wenigen Vierbeinern beruhten alle weiteren Zuchtbemühungen einer Kleinhunderasse in Russland. Die übrig gebliebenen Hunde und ihre Nachfahren wurden als Bolonka Franzuska in weiten Teilen Russlands und den Sowjetländern bekannt. Sie waren alle reinweiß.

Aus dem weißen Adelshündchen wird ein gern gesehener Hund

Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es einen Wandel in Russland und das Interesse an neuen Hunderassen nahm stetig zu. Auch kleine Vierbeiner rückten verstärkt in den Fokus.

Der Import von Hunden aus dem Ausland gestaltete sich allerdings sehr schwierig bis unmöglich. Unter dem Sowjet Regime war es kaum realisierbar, Vierbeiner legal ins Land zu holen. Darum mussten Freunde von Klein- und Zwerghunden mit den Rassen vorlieb nehmen, die bereits in Russland vorhanden waren.

So wurden die wenigen Bolonka Franzuska unter anderem durch Inzucht verpaart. Ein Umstand, der erklärt, warum die heutigen weißen Bolonka Franzuska sich vom ursprünglichen Vorfahr, dem Bichon Frisé, unterscheiden und in eine etwas andere Richtung entwickelt haben.

In den 50er Jahren kam unter Hundefreunden schließlich die Idee auf, eine eigene nationale Zwerghunderasse zu züchten. Man bediente sich des Bolonka Franzuska und verpaarte ihn mit weiteren kleinen Rassen. Darunter:

  • Pekinese
  • Malteser
  • Shih Tzu
  • Bologneser
  • Zwergpudel
  • Lhasa Apso

Einer der ersten “farbigen” Bolonka war 1951 der schwarze Tin-Tin, das Resultat einer Verpaarung eines weißen und braunen Hundes. Eine Nachfahrin Tin-Tins war die braune Lyu-Lyu. Ihre Würfe brachten sowohl schwarze, als auch weiße Welpen hervor. Bis in die 60er Jahre hinein wuchs die Population der Hunde, nun Russkaya Tsvetnaya Bolonka genannt (in Deutschland später aber unter dem Namen Bolonka Zwetna = farbiger(bunter) Schoßhund bzw farbiger Bichon bekannt), stetig.

Durch sorgfältige Verpaarungen, welche sich in den Anfängen allerdings zunächst nur auf das äußere Erscheinungsbild beschränkten, konnte sich nach und nach ein bestimmter Typ herauskristallisieren. Dies war wichtig, um den Status einer eigenständigen und vom Bolonka Franzuska unabhängigen Rasse zu erhalten. 1958 gab es den ersten kleinen Meilenstein: Unter dem Namen Bolonka wurde der erste farbige Hund ins Zuchtbuch des LHFS eingetragen. Die Russkaya Tsvetnaya Bolonka durften alle Fellfarben aufweisen, außer Reinweiß.

Von da an ging es mit der Rasse bergauf und die Hunde fanden immer mehr Anhänger und Freunde. In den 60er Jahren wurde darum an einem Standard für den Tsvetnaya Bolonka gearbeitet und die Hunde auf diversen Shows ausgestellt und präsentiert. So zum Beispiel auf der 2. Nationalen Hundeausstellung in Moskau oder der 51. Show des LHFS in Leningrad (St. Petersburg). Im Jahre 1966 wurde der erarbeitete Rassestandard vom kynologischen Rat des sowjetischen Landwirtschaftsministeriums anerkannt. Anfang der 70er Jahre gab es schließlich bereits 100 Bolonka Zwetna, die in Aussehen und Wesen immer ähnlicher und einheitlicher wurden.

Die “Russian Kennel Federation” (RKF) bestätigte den Standard für den Bolonka Zwetna schließlich im Jahre 1997. Dabei ist es schon erstaunlich, dass der Bolonka Zwetna zwar nicht vom Weltdachverband für das Hundewesen, dem FCI (Fédération Cynologique Internationale), anerkannt wird, wohl aber von der RKF, welche mit dem FCI zusammenarbeitet und ihm angehört. Durch diesen Sachverhalt findet man überraschenderweise den Vermerkt “FCI” in den Papieren von aus Russland stammenden Bolonka Zwetna.

Go West – Der Bolonka Zwetna kommt nach Deutschland

In den 80er und 90er Jahren ebbte das Interesse am Bolonka Zwetna in Russland langsam ab. Tatsächlich ist diese Zeit ein weiterer Tiefpunkt der Rasse und viele Zuchtbemühungen wurden eingestellt. Allerdings markiert genau diese Phase den Startschuss für den kleinen Hund in Deutschland.

Oder besser gesagt, in der ehemaligen DDR. Denn es war Frau Carmen Kurze, welche die ersten Exemplare des Bolonka Zwetna nach Ostdeutschland importierte: Zwei Hündinnen namens Fifa und Malisha und den Rüden Fil-Dan. Letzterer taucht auch heute noch als Vorfahre in vielen Bolonka Zwetna Ahnentafeln auf. Carmen Kurze züchtete jedoch nicht selbst mit den nach Deutschland gebrachten Hunden.

Diese Aufgabe übernahm Christel Buchmann, welcher die drei kleinen Bolonka übergeben wurden. Sie züchtete ihre “Bolonka Zwetna vom Marienbrunnen” über 30 Jahre lang. Dabei war ihre Zucht die erste anerkannte Bolonka Zwetna Zucht in Deutschland überhaupt. Außerdem kämpfte sie mit weiteren ostdeutschen Züchtern für die erste offizielle Anerkennung der Rasse. Mit Erfolg! Zwei westdeutsche Vereine erkannten den Bolonka Zwetna im September 1991 an. Allerdings unterstanden diese dem UCI (Union Canine Internationale) und nicht der FCI.

Nach dem Mauerfall wurden die Hunde auch im Westen Deutschlands und Europa immer beliebter.

Und erst seit wenigen Jahren, nämlich seit 2011, hat der VDH die Rasse national endlich anerkannt. Züchterkollegen in Russland arbeiten derweil fieberhaft daran, die Auflagen zu erfüllen, damit der Bolonka Zwetna auch vom FCI Anerkennung erhält.

Dabei unterscheiden sich der deutsche Bolonka Zwetna und der Russkaya Tsvetnaya Bolonka mittlerweile ein wenig. So finden sich in der Bundesrepublik Hunde, die etwas kleiner gezüchtet werden und einen weitaus größeren Weißanteil haben, als der russische Standard mit maximal 20 % eigentlich zulässt.

In Russland werden hingegen immer noch einfarbige Fellfarben bevorzugt. Der in Deutschland etwas andere Typ wurde seit 2003 vom Verbund Deutscher Bolonka Züchter e.V. (VDBZ) systematisch gezüchtet und eine Anerkennung als Variante des Russkaya Tsvetnaya Bolonka wurde angestrebt.

Nach der Veröffentlichung des neuen russischen Rassestandards im Jahre 2010 wurde dieser Plan jedoch wieder verworfen. Nun unterscheiden sich die Typen lediglich im erlaubten Weißanteil.

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